Wie erkennt man einen guten spirituellen Lehrer?

Wie erkennt man einen guten spirituellen Lehrer?

Heute möchte ich mich einer wichtigen Frage widmen: wie man eine gute spirituelle Lehrerin erkennt. (Ich werde “sie” und “er” abwechselnd nutzen, denn ich meine natürlich weibliche wie männliche spirituelle Lehrer. Ebenso benutze ich Begriffe wie Engelmedium, Heiler oder Guru)

Was ist überhaupt die Aufgabe eines spirituellen Lehrers?

Die Lehrerin sollte dabei unterstützen und helfen, sich spirituell weiterzuentwickeln. Das führt ja gleich zur nächsten Frage: was genau ist spirituelle Weiterentwicklung? Aus meiner Sicht ist spirituelle Entwicklung:

  • Man erweitert sein eigenes Bewusstsein: man erkennt sich selbst, die anderen und die Schöpfung immer besser und tiefer bis zur höchsten Wahrheitserkenntnis, auch Erleuchtung genannt.
  • Man entwickelt sich vom Ego zum Hohen Selbst/Ich Bin und darüber hinaus in das Einheitsbewusstsein.
  • Man erkennt in sich sowohl die höheren Anteile, als auch die niederen (Engel oder Dämon, hier kannst du mehr dazu lesen) und entscheidet sich immer mehr für die höheren Anteile und verkörpert diese. Dies bedeutet, dass man sich seiner Schattenanteile immer bewusster wird und sie nach und nach in Liebe erlöst.
  • Manchmal geht mit dieser Entwicklung auch einher, dass man Fähigkeiten, wie Hellsehen, -wissen, -fühlen oder -hören erwirbt. Diese Fähigkeiten sind jedoch NICHT der Sinn und Zweck der spirituellen Entwicklung, sondern ein Nebenprodukt. Nur wenn diese ohne jegliche Absicht zur Manipulation und zum höchsten Wohl des großen Ganzen eingesetzt werden, ist es dienlich.
  • Man lernt seinen Geist zu beherrschen, anstatt vom Geist beherrscht zu werden.

Höhere und niedere Anteile in Stichworten:

Unsere höheren Anteile sind folgende Qualitäten: Licht, Liebe, Weisheit, Güte, Demut, Bescheidenheit, Frieden, Toleranz, Offenheit, Mut, Stärke, Hingabe, Klarheit, Erkenntnis, Dankbarkeit, Segen, Verständnis, Dienen etc.

Unsere niederen Anteile sind folgende Qualitäten: Hass, Neid, Missgunst, Gier, Angst, Scham, Schuld, Manipulation, Wut, Zerstörungswut, Stolz, Unbewusstheit, Eifersucht, Ablehnung, Trennung, etc.

Die Aufgabe eines spirituellen Lehrers besteht also darin, diese eben genannte Entwicklung zu fördern, zu begleiten und uns darin zu stärken. Aber auch: Gefahren zu erkennen und uns darauf liebevoll hinweisen.

Was sind generell Stolpersteine und Herausforderungen auf dem spirituellen Weg?

1.Unbewusstheit

Wir sind uns nicht bewusst über Schattenanteile oder automatisierter Verhaltensweisen, die unsere niedere Natur wiederspiegeln. Jeder Mensch ist zu mehr oder weniger großen Anteilen unbewusst. Wir brauchen also den Willen zur Selbstreflexion und Innenschau, um uns immer tiefer wahrzunehmen. Auch das Spiegelgesetz kann sehr hilfreich sein beim Erkennen von Schattenanteilen. Die Gegenmedizin: bemühe dich darum, täglich Zeit für Reflexion und Innenschau zu haben. Führe ein Tagebuch darüber. Suche dir eine Austauschperson, der du vertraust, die dir hilft zu sehen, was du selbst an dir nicht erkennst. Diese Aufgabe, zu reflektieren, wird dich dein Leben lang begleiten.

2. Idealisierung und Stolz

Das geht so ein wenig einher mit Punkt 1. Wenn wir unbewusst sind und uns nicht in allem erkennen, gibt es die Neigung, sich selbst zu idealisieren und übermütig oder stolz zu werden. Ein gutes Beispiel ist hier, dass man glauben könnte, man wäre “etwas Besonderes” weil man außersinnliche Fähigkeiten entwickelt hat. Oder wir folgen einem ganz besonderen Weg/Methode/Lebensweise, die uns “besser” macht, als andere. Die Gegenmedizin: bemühe dich um Demut und Bescheidenheit.

3. Urteilen: über sich und andere

Es ist immer sehr einfach zu urteilen, zu bewerten und sich auf einen Standpunkt zu fixieren. Das Leben ist jedoch unglaublich facettenreich, während unsere Sicht der Dinge oft sehr beschränkt ist. Höre also auf, dich selbst und andere zu beurteilen. Die Gegenmedizin: übe Toleranz, liebevolle Neutralität, Offenheit und Selbstliebe. Frage dich bewusst: “Wie kann man diese Sachlage XY auch noch anders sehen?” Oder “Wie würde die Liebe das Verhalten dieser Person sehen?” . Gewöhne dir an, anderen Menschen immer eine positive Absicht zu unterstellen, dann fällt das Urteilen automatisch weg.

4. Verantwortung abgeben und Opferdasein 

Sich spirituell zu entwickeln heißt auch, in allen Lebensbereichen erwachsen zu werden, die Verantwortung für sich, seine Worte, Gedanken, Taten, Muster übernehmen und seinen Geist zu meistern. Es ist unsere Aufgabe, der Versuchung zu widerstehen, einem Heiler, einer Lehrerin, einer Lehre, einem Guru die Verantwortung für unser Leben übertragen zu wollen. Natürlich geht es auch darum, uns in allen Lebensthemen aus dem Opferdasein und der Illusion zu befreien, etwas oder jemand habe Macht über uns. Die Macht liegt nur im eigenen Geiste. Die Gegenmedizin: sei dir klar, nichts und niemand kann dich retten oder erlösen, außer du selbst. Unternimm stets den nächsten logischen Schritt im Hier und Jetzt und übernimm 100% Verantwortung für dich und dein Leben.

5. Flucht aus der Welt und Einseitigkeit

Nicht selten trägt die spirituelle Suche das Gewand der Weltflucht. Alles Irdische wird abgelehnt, für minderwertig betrachtet und man sehnt sich nur nach den höheren Gefilden oder nach einem außerirdischen Planeten, vom dem man ganz sicher abstammt. Dieses Ausweichen (hier kannst du mehr darüber lesen) entfremdet dich vom Leben und Sein. Die Gegenmedizin: achte und wertschätze alles im Leben. Übe Dankbarkeit und balanciere dein Leben aus: Spiritualität und irdische Aufgaben, Körper, Beziehungen, Job, etc.

6. Ist die Absicht rein?

Dieser Punkt gehört eigentlich zu Punkt 1 “Bewusstheit”, aber ich finde die Absicht/Intention so wichtig, dass ich sie extra herausheben möchte. Tatsächlich sind unsere bewussten und unbewussten Absichten sehr entscheidend. Wenn man eine super gute Tat aus niederen Beweggründen tut, dann verliert sie die gute Kraft. Wenn man umgekehrt wirklich von Herzen das Beste will und eine nicht so passende Tat vollbringt, wirkt die positive Intention dennoch. Sprich: die Absicht verleiht allem eigentlich die Kraft und Macht, nicht unbedingt die Tat an und für sich. Die Gegenmedizin: beziehe in deine tägliche Reflexion mit ein, welche Absichten du verfolgst. Dazu braucht es eine große Portion Mut und Ehrlichkeit. Sind deine Absichten rein selbst zentriert oder geht es dir auch um das Wohlergehen der anderen?

Die Versuchungen: Macht, Geld, Ruhm, Sexualität

Geld, Macht, Ruhm und Sexualität sind per se gar nichts Schlimmes oder Verwerfliches, sondern von sich aus neutral. Viel wichtiger ist, was dies mit uns macht oder wie wir es nutzen! Und jeder auf dem spirituellen Weg wird früher oder später und wiederholt diesen Versuchungen ausgesetzt. Von der Neutralität zur Versuchung werden diese Dinge, indem wir ihnen erliegen. Das heißt, wenn wir der aufsteigenden Gier in uns folgen und damit unseren niederen Anteile nähren und wir eben diese verkörpern, anstatt Liebe, Geduld, Dienen, Weisheit etc. Die Gegenmedizin: erkenne die Versuchungen und widerstehe ihnen. Das heißt nicht, dass du kein Geld verdienen darfst, keinen Sex haben sollst und Macht in jedem Fall ablehnen sollst. Überprüfe jedoch in diesen Bereichen sehr genau, ob du deinen höheren Anteilen und dem Wohl des großen Ganzen folgst oder eben doch eigennützige Motive im Spiel sind.

Nun kommen wir also endlich zum Kernthema: wie erkennt man einen guten spirituellen Lehrer?

Alles bisher Erwähnte darf bei der Suche nach einer geeigneten spirituellen Lehrerin miteinbezogen werden. Stelle dir folgende Fragen und Überlegungen:

  1. Fördert der Lehrer Bewusstheit, Reflexion und wendet er es auch bei sich selbst an? Kennt er seine Schattenseiten oder geht er davon aus, “schon so weit zu sein” und keine Schatten mehr zu haben? Hat dieser Lehrer selber noch Lehrer oder Mentoren, von denen er lernt, oder glaubt er, schon ganz fertig zu sein?
  2. Idealisierst du oder andere Teilnehmer diese Lehrerin und wie geht sie damit um? Lässt sie zu, dass sie auf ein Podest gestellt wird, im extremen Fall sogar angebetet wird oder betont sie, ein Mensch zu sein, wie jede andere auch? Lebt sie Demut und Bescheidenheit? Oder nährt sie bewusst die Vorstellung, ein perfektes Abbild von Licht und Liebe zu sein? Zeigt sie auch Schwächen?
  3. Urteilt dieser Lehrer über Schüler oder andere Lehrer? Gibt er vor, “der Beste zu sein” oder “die beste Lehre zu unterrichten”? (In Extremfällen kann das so weit gehen, dass der Guru behauptet er wäre Gott oder Jesus) Spricht er abschätzig zu oder über Schüler? Lässt er klar durchblicken, “dass er weiter ist”, als seine Schüler oder sieht er sie als gleichberechtigte, gleichwertige Wesen? Fördert er sie positiv, ist die Haltung liebevoll offen und wertfrei? Wie spricht er Schattenseiten von sich selbst oder den Schülern an?
  4. Stärkt diese Lehrerin die Eigenverantwortung ihrer Teilnehmer? Sagt sie ihnen stets “was ihr Problem ist”, oder hilft sie ihnen, selbst darauf zu kommen? Stellt sie Fragen oder weiß sie schon, was los ist? Gibt es Abhängigkeiten, die von Lehrerinnenseite nicht unterbunden werden oder im schlimmeren Fall sogar noch gefördert werden? Soll man immer wieder Sitzungen buchen oder alle Kurse besuchen, “um frei zu werden”? Darf man nicht zu anderen Lehrerinnen gehen? Gibt sich die Lehrerin als Retterin zu verstehen und als unabdingbar für dich, um in der spirituellen Entwicklung weiterzukommen? Werden Übungen an die Hand gegeben, mit Hilfe derer man alleine zuhause weiterarbeiten kann? Wird man zum eigenständige Üben ermutigt?
  5. Spricht und handelt dieser Lehrer abschätzig bezüglich des Irdischen? Werden weltliche Probleme ignoriert, heruntergespielt und als völlig unwichtig angesehen? Gibt es eine Trennung zwischen Spiritualität und Alltag? Werden wichtige weltliche Themen ausgeklammert und dürfen nicht erwähnt werden? Fördert der Lehrer das Abtauchen in Traumwelten, während das Leben im Hier und Jetzt uninteressant ist? Wie sieht es mit der Umsetzung der Lehren im Alltag bei diesem Lehrer selbst aus? Predigt er Liebe und Licht, hat aber selbst immer nur kurze Partnerschaften, keinen Kontakt zu Kindern, Eltern etc.
  6. Sind die Absichten dieser Lehrerin rein? Oder hat sie eine versteckte Agenda, die dem widerspricht, was sie vorgibt? Ist es ihr Herzensanliegen, dass alle Wesen frei und glücklich sind und handelt sie auch danach?
  7. Was kannst du konkret bei diesem Lehrer und seinem näheren Umfeld wahrnehmen bezüglich der vier Versuchungen: Macht, Geld, Sexualität, Ruhm? Ist er auf Ruhm aus? Genießt er Ansehen und Bekanntheit? Hat er “Starallüren” und lässt sich feiern? Sind die Kurse unendlich teuer? Frägt er/sein Team ständig nach Spenden und macht vielleicht sogar Druck damit? Übt er offen oder versteckt Macht aus? Nutzt er seine Position aus, um mit Schülern/innen Sex zu haben?
  8. Noch ein paar allgemeine Tipps aus meiner persönlichen Erfahrung: die Lehrerin und die Methode sollte zu dir, deinen Werten, deinen Bedürfnissen und Anlagen passen. Verbiege dich nicht, nur weil irgendetwas “der neueste Schrei” im New Age Jahrmarkt ist oder alle deine Freunde davon begeistert sind. Zwischen dir und der Lehrerin sollte es “Klick machen”, sprich, es sollte eine respektvolle und vertrauensvolle Verbindung auf Seelenebene da sein. Halte dich von Einweihungen fern: deine inhärenten höheren Anteile gehören so selbstverständlich zu dir wie deine Körperorgane und dein Atem. Niemand kann und braucht dich darin einweihen! Bei Einweihungen wird immer noch “extra Inhalt” mit heruntergeladen, der dich in ein System oder eine Energie bindet. Sollte der Lehrer unethisches Verhalten jeglicher Art an den Tag legen, prüfe sehr genau, was dahinter steckt und ob das für dich stimmig ist.

Ich hoffe, dieser Artikel ist hilfreich für dich und du kannst die Frage “wie erkennt man einen guten spirituellen Lehrer” für dich selbst nun in mehr Klarheit beantworten. Om shanti!



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