Das Wunder der göttlichen Ordnung

Das Wunder der göttlichen Ordnung

 

Gleich vorneweg: wenn du mit dem Begriff  “göttlich” Probleme hast, dann kannst du gerne für dich alternativ Begriffe wie: die natürliche Ordnung, die übergeordnete Ordnung, die ewige Ordnung, die wahre Ordnung etc verwenden. Es geht hier um ein PRINZIP und nicht um den genauen Begriff. Für mich persönlich ist “göttliche Ordnung” sehr stimmig und kraftvoll, ich habe allerdings im Laufe der Jahre feststellen können, dass doch einige Menschen mit “Gott/göttlich” auf Kriegsfuß stehen und bei ihnen diese Begriffe negativ besetzt sind. Also fühle dich frei in der Wahl der Begriffe ;-)

 

Was ist denn überhaupt die göttliche Ordnung?

 

Die gesamte Schöpfung befindet sich zu jeder Zeit und jedem Moment in einer ewigen und „unerschütterlichen“ Ordnung. Diese Ordnung ist unserem Auge und Verstand nicht zugänglich, denn sie ist übergeordnet, auf das große Ganze bezogen und wirkt in alle Richtungen der Zeit. Wir können sie weder in ihrer Ganzheit erfassen, noch begreifen oder beschreiben, weil wir davon  höchstens einen sehr kleinen Teil wahrnehmen können, wenn überhaupt. Die göttliche Urkraft ist am Werk und hält alle Universen und Galaxien in der Bahn, sie lässt Leben entstehen und vergehen. Alles folgt einem unsichtbaren, aber höchst intelligentem Plan, egal ob es sich um das kleinste Teilchen oder das größte Universum handelt. Niemand wird bestreiten können, dass die Intelligenz, die Natur und Tierwelt belebt, unermesslich viel größer ist, als der menschliche Verstand. Überall, wo die Natur –und Tierwelt sich selbst überlassen bleiben, balancieren sie sich komplett selbst wieder aus. Tiergattungen sterben aus, andere entstehen; alles in der Natur ist aufeinander abgestimmt, wir sehen hier direkt vor unseren Augen die göttliche Ordnung am Werk. Aber nicht nur in der unberührten Natur herrscht göttliche Ordnung, sondern immer und überall. Auch wir Menschen sind in ihr aufgehoben, wir wissen es nur nicht, weil unser Leben einerseits zu kurz ist (die Wirkungen der Ordnung sind teilweise erst langfristig sichtbar) und uns andererseits durch unseren Verstand und das Beurteilen der bewusste Zugang zum Verständnis dieser Ordnung verschlossen bleibt.

Obwohl im Universum also immer göttliche Ordnung herrscht, ist der Mensch scheinbar aus dieser Ordnung heraus gefallen. Dies ist gemeint, wenn vom Sündenfall oder der Vertreibung aus dem Paradies die Rede ist. Ich sage “scheinbar”, weil es uns eben so scheint, als wäre alles in Unordnung und Chaos, dabei ist auch das Chaos ganz natürlich ein Teil der göttlichen Ordnung. Oder anders ausgedrückt: wir meinen aus dem Paradies vertrieben worden zu sein, dabei sind wir immer noch im Paradies, erkennen es aber nicht, weil wir die Brille der Bewertung/Beurteilung aufgesetzt haben. Diese Brille der Beurteilung bewirkt, dass wir uns getrennt fühlen von unserem Ursprung und der dem Ursprung innewohnenden Ordnung.

Die göttliche Ordnung ist ein Ausdruck der  Einheit allen Seins. Ein Tier nimmt sich zum Beispiel nicht als Individuum wahr, sondern als Teil eines Bewusstseinsstromes und bewertet nichts. Kein Tier fühlt sich schlecht, dick, zu groß, zu dumm etc, weil es einfach Teil eines Bewusstseins ist und instinktiv handelt. Der Mensch jedoch fühlt sich getrennt von seinem Ursprung und getrennt vom Sein, vom Leben selbst. Natürlich sind wir nicht wirklich getrennt, aber der Schleier der Vergessenheit legt sich über unser Bewusstsein, so dass wir die Wahrheit nicht mehr erkennen.

 

Was ist aber die Wahrheit?

 

Die Wahrheit ist, dass wir reine göttliche Essenz sind und niemals getrennt waren/sein werden. Wir sind das Göttliche selbst, was sich hier in einem „Traum der Trennung“ befindet, weil es sich “die Brille der Beurteilung aufgesetzt hat”. Wie eine Welle im Ozean niemals vom Ozean getrennt sein kann, so sind auch wir immer EINS mit „Allem, was ist“ = das Göttliche. Das Göttliche enthält das gesamte Sein, die gesamte Schöpfung: Licht und Dunkel, Gut und Böse, Tag und Nacht, also alle Gegensätze. Nicht nur das Schöne, Gute, Brave, Frohe, Helle, Lichtvolle ist das Göttliche, sondern eben wirklich ALLES. Das ist zugegeben für uns Menschen schwer verständlich. Wie soll ein Krieg göttlich sein, oder Katastrophen, Leid, Schmerz, Krankheit, Verlust, Hass? Wir glauben auch oft an den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Gott und Teufel, zwischen Lichtarbeitern und dämonischen Kräften etc. Auf einer Ebene mögen diese Kämpfe real sein, aber aus der übergeordneten, göttlichen Sicht ist alles Eins und eben alles in  Ordnung, genau so wie es in jedem Moment ist.

Das bedeutet auch, dass wir nichts Verurteilen sollen, weil alles in der Schöpfung seinen Platz und auch seine Berechtigung hat – denn sonst wäre es gar nicht da. Das meint aber nicht, dass wir schädliches und zerstörerisches Verhalten gut heißen sollen oder es ausüben dürfen und uns dabei auf die Gesamtheit des Seins berufen können! Das natürlich nicht. Aber wie wir beim Familienstellen so schön sagen: Niemandem darf die Zugehörigkeit verwehrt werden. Das meint: selbst schlimme Zustände sind da (haben also Zugehörigkeit zur Schöpfung, die nicht verwehrt werden darf) und haben irgendwie ihre Berechtigung im großen Ganzen, auch wenn wir es nicht verstehen.

 

Was bedeutet das jetzt konkret und was können wir tun? 

 

Konkret bedeutet es, dass wir immer mehr eine Haltung der offenen Neutralität (nicht egoistische Teilnahmslosigkeit), der Annahme, des Sein-Lassens und der Urteilslosigkeit einnehmen sollen. Übersetzt in den Alltag ein Beispiel der aktuellen Corona Krise : da gibt es also ein neues bis vor kurzem unbekanntes Virus, was die halbe Welt lahmlegt, was Ausgangsbeschränkungen, Schulschließungen, wirtschaftliche Zusammenbrüche und vieles mehr nach sich zieht, und das sogar weltweit. Das nehmen wir jetzt einfach erst mal neutral an. Es ist so. Es hat irgendwie seine Berechtigung in der Schöpfung. Wir vermeiden für den Moment alle Urteile wie zum Beispiel: das ist ja ganz schlimm, wie schrecklich, wie übertrieben, wie ungerecht, wie furchtbar, wie gefährlich und so weiter. Die Reaktionen können ja ganz unterschiedlich sein, aber wir wollen es nun einfach mal da sein lassen. Dennoch schauen wir nicht weg, verharmlosen nicht oder tun so als wäre es nicht da. Das Virus samt all seiner Folgen ist da – ganz konkret in unserem täglichen Leben mit vielen realen Auswirkungen. In der Aufstellungsarbeit würde man sagen: “Du bist da. Ich sehe dich. Du gehörst dazu.” Nimm also einen oder mehrere Aspekte der aktuellen Krise, die dich antriggern (Kontaktverbot, Ausgangsbeschränkung, Ansteckungsgefahr, Reiseverbot, volle Krankenhäuser etc) und sprich laut oder im Geiste zu jedem dieser Aspekte: “Du bist da, ich sehe dich, du gehörst dazu und hast einen Platz im Großen Ganzen” und spüre in dir nach, welche Wirkung es auf dich hat. Meist ist direkt ein tieferes Durchatmen und eine Entspannung festzustellen. Auch wenn sich noch keine Entspannung eingestellt hat, kannst du zum nächsten Schritt, der göttlichen Ordnung, übergehen.

 

Die göttlichen Ordnung anerkennen: 

 

Oben habe ich ja geschrieben, dass die göttliche Ordnung immer und überall wirkt, wir sie aber nicht wahrnehmen können. Sobald wir diese Ordnung aber anerkennen, benennen und bitten, dass sie sichtbar wird, dann kommen wir selbst mit der göttlichen Ordnung in eine direkte Berührung (wir sind immer damit in Berührung, spüren es aber nicht). Wenn wir mit der göttlichen Ordnung also in unmittelbaren Kontakt sind, dann kommen wir selbst in die Ordnung und spüren dann den Einklang der Schöpfung, der uns vorher verborgen war (vielleicht ist es zu Beginn nur ein kurzer Moment, wo wir diesen Einklang spüren, mit mehr Übung wird es länger). Man könnte auch sagen: die Brille unserer Bewertungen wird kleiner oder fällt ganz weg und wir sehen vielleicht auch noch die “andere Seite der Medaille” oder wir erkennen etwas Wichtiges zu dieser Sache oder manchmal ändern sich auch die Umstände oder wir finden einfach so eine innere Gelassenheit zu dem Thema.

 

Die göttliche Ordnung anrufen konkret:

 

Denke an das Thema, was dich beschäftigt (ein Streit, ein Verlust, eine Krankheit, Geldmangel, fehlende Freundschaften, Übergewicht, ein destruktives Verhaltensmuster, der Vortrag, den du halten sollst, die anstehende Familienfeier, der Missbrauch, die Reise etc. Kein Thema ist zu groß oder zu klein, ALLES kann für dich in die göttliche Ordnung kommen). Bitte nun ganz einfach, die göttliche Ordnung möge einfließen/eintreten/sich zeigen/sichtbar werden/spürbar werden/sie möge Ordnung schaffen und alles zum höchsten Wohl des großen Ganzen und aller Beteiligten lenken! Natürlich wirkt die göttliche Ordnung auch ohne dein Zutun bereits und zwar immer und ewig, aber da wir sie eben noch nicht wahrnehmen können, ist es aus unserer beschränkten Sicht heraus stimmig, sie zu bitten, sie möge alles regeln. Im Grunde geht es wie gesagt darum, dass wir selbst in die göttliche Ordnung kommen, aber du kannst einfach Formulierungen wählen, dich dich zum jeweiligen Zeitpunkt ansprechen und sich kraftvoll und richtig anfühlen.

 

„Ich bitte die göttliche Ordnung nun bei Thema XY sichtbar zu werden, sich auszubreiten, alle Beteiligten zu erfassen, Frieden, Liebe und Ordnung herzustellen, zum höchsten Wohl des großen Ganzen. Ich trete bewusst zurück und vertraue der göttlichen Kraft in vollem Umfang! Wenn ich selbst etwas tun soll, erhalte ich klare Impulse dazu, ansonsten lasse ich los und vertraue der göttlichen Ordnung vollständig. Sie umfasst alles. DANKE!“

 

Du möchtest einwenden, dass es ja wohl so einfach auch nicht sein kann. Doch, es ist so einfach! Wenn dann ist es nur schwer, vollständig aus dem Weg zu gehen und die göttliche Ordnung wirken zu lassen, ohne durch Handlungen selber etwas erzwingen zu wollen! Viel öfter als uns bewusst ist, versuchen wir Ereignisse zu manipulieren, versuchen wir, unseren Willen durchzusetzen, versuchen wir das zu erreichen, wovon WIR überzeugt sind, es sei das Beste (für uns selbst, für die anderen oder sogar für die ganze Welt)! Übe dich darin, still zu werden, erst einmal gar nichts zu unternehmen und dich zurückzulehnen und in die Ungewissheit hinein zu entspannen. Abwarten, loslassen und vertrauen. Du fragst, was du tun kannst, wenn es sich um zeitkritische Dinge handelt, wo du nicht einfach mit Abwarten und Tee trinken etwas hinauszögern kannst. Dazu gilt Folgendes: nur wenige Sachverhalte wirklich sehr zeitkritisch! Überprüfe es also ganz genau. In den meisten Fällen kannst du sehr wohl abwarten, vielleicht ein paar Minuten oder Stunden, vielleicht bis zum nächsten Tag oder sogar bis zur nächsten Woche. Überall dort, wo wirklich sofortiger Handlungsbedarf besteht, bitte die göttliche Ordnung deine Handlungen, Worte und Gedanken zu lenken, damit du Werkzeug zum höchsten Wohl von allem bist! Solltest du jedoch ein Mensch sein, der grundsätzlich zu passiv ist und alles nur auf sich zukommen lässt, dann ist oft von dir nun sogar das Gegenteil gefordert, nämlich direkt aktiv zu werden, Risiken einzugehen, dich zu trauen und Grenzen zu überwinden. Sei ehrlich mit dir selbst, dann wirst du erkennen, was für dich zutrifft.

 

Die göttliche Ordnung anrufen in Kurzform:

 

  • Sprich einfach die Worte „Göttliche Ordnung“
  • Sobald etwas auftaucht, was dich beunruhigt etc, spricht sofort laut oder in Gedanken: „Hier herrscht Göttliche Ordnung“
  • „Ich unterstelle mich der göttlichen Ordnung“
  • „Göttliche Ordnung wirkt nun in allen meinen Angelegenheiten/Lebensbereichen“
  • „Alle Zellen meines Körpers schwingen in göttlicher Ordnung“
  • „Mein Liebesleben/Job/Gesundheit/Finanzen ist in vollkommener göttlicher Ordnung.“
  • „Alles in meinem Leben wird von der göttlichen Ordnung geregelt“
  • “Mein Denken ist in göttlicher Ordnung”
  • „Göttliche Ordnung stellt sich jetzt ein/zeigt sich jetzt“
  • „Alle Beteiligten werden von göttlicher Ordnung geführt”
  • Wenn du anderen helfen willst, sprich laut oder im Geist: „Ich segne dich mit der göttlichen Ordnung“ oder „Ich übergeben dich der Göttlichen Ordnung“
  • Danke schon im voraus für die Göttliche Ordnung zu einer bestimmten Sache, bevor sie sich manifestiert hat
  • Schreibe Zettel mit „Göttliche Ordnung“ und lege sie auf Fotos (von Menschen oder Orten für die die göttliche Ordnung wünschst), bringe sie in Bereichen an, wo sich Ordnung einstellen soll (Keller, Speisekammer, Schreibtisch, Dachboden etc) oder bringe sie einfach sichtbar an, um dich zu erinnern
  • Gestalte eine Kollage zu Themen, die göttliche Ordnung brauchen und schreibe groß in die Mitte „Göttliche Ordnung“

 

Wie wirkt das Anrufen der göttlichen Ordnung?

 

Wie bereits oben erwähnt hat das Anrufen der göttlichen Ordnung zur Folge, dass sich IN UNS etwas ändert: unser Blick auf die Dinge generell, unser Blickwinkel, unsere Urteile und dadurch auch unsere Gefühle. Es ist in erster Linie Arbeit an uns selbst. Dennoch lassen sich häufig auch wundersame Änderungen im Außen beobachten: zum Beispiel stellen sich geniale und ideale Lösungen für Probleme ein, auf die wir durch Nachdenken nie gekommen wären. In vielen Fällen lösen sich Schwierigkeiten und Streitigkeiten einfach in Nichts auf und ohne großes Aufhebens breitet sich Harmonie und Verständnis aus, wo vorher Zwietracht war. Mitmenschen verhalten sich auf einmal anders als vorher oder Gegebenheiten stören uns nun nicht mehr, die vorher “schlimm” waren. Wir und “die Dinge” kommen in den Einklang.

 

Sobald die göttliche Ordnung dein täglicher Begleiter ist, wirst du sehr viel mehr Harmonie in deinem Leben erfahren. Das Gute ist, du kannst wirklich nichts falsch machen, außer dem, dich durch Urteilen “in den Weg zu stellen” und damit eine gute Lösung noch hinauszuzögern, denn wirklich verhindern kann man sie nicht. Ansonsten kommt früher oder später nur Gutes dabei heraus, wenn du die göttliche Ordnung zum Einsatz, das heißt zum “sichtbar werden”, rufst. Deine Bitte an die göttliche Ordnung wirkt selbst dann wenn du den oben beschriebenen Hintergrund noch nicht für wahr nehmen kannst. Es liegt nun also an dir ;-)

 

 

 



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